Anguckallergie

Inez Maus
Blogbeitrag 10. November 2022
Vorlesetag
© Inez Maus 2014–2022
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Bereits seit 2004 gibt es den Bundesweiten Vorlesetag. Er soll auf die Bedeutung des Vorlesens für die kindliche Entwicklung hinweisen. DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung initiierten diese Aktion, die jährlich am dritten Freitag im November stattfindet. In diesem Jahr wird der Vorlesetag demzufolge am 18. November durchgeführt. An diesem Tag werden Vorleseaktionen in vielen Einrichtungen für Kinder organisiert. Geschichten vermögen Kinder in Fantasiewelten zu entführen oder sie setzen sich mit dem kindlichen Alltag auseinander. Studien belegen, dass Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, über einen großen Wortschatz verfügen und bessere Schulnoten haben als Kinder, denen nie oder selten etwas vorgelesen wird. Regelmäßiges Vorlesen führt ebenso dazu, dass Kinder keine Hemmungen vor Büchern entwickeln und später häufig selbst zu Büchern greifen. Auch der Umgang mit Texten wird durch frühes Vorlesen positiv beeinflusst. Neben den eben aufgezählten positiven Auswirkungen des Vorlesens können Geschichten auch spezielle Themen wie bspw. Autismus kindgerecht behandeln. Die Geschichten in meinem zu Beginn des Jahres erschienenen Buch „Geschichten für Kinder über Autismus“ thematisieren alltägliche Erlebnisse mit Autismus und sprechen sowohl autistische als auch nicht-autistische Kinder an. Der Vorlesetag ist sicher ein guter Anlass für Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, Ihren Kindern oder Enkelkindern in familiärer Atmosphäre eine Geschichte aus dem Buch vorzulesen. Kinder wie mein autistischer Sohn benötigen Geschichten, in denen sie sich wiederfinden können und deren Helden sie auf ihren Abenteuern begleiten können. Und sie benötigen Geschichten, die ihre besondere Art der Wahrnehmung und des Denkens berücksichtigen. Mein wichtigstes Anliegen beim Schreiben von Geschichten war und ist es, Gehör zu finden – und zwar nicht nur bei meinem autistischen Sohn, sondern auch bei seinen Geschwistern, damit das gemeinsame Vorlesen von Geschichten in unserer Familie keine Illusion bleibt. Die Protagonisten der Geschichten führen in ihrer jeweiligen Welt vor, wie das Zusammenleben funktionieren kann. Sie zeigen beispielsweise, wie Skia, das Eichhörnchen mit den besonderen Bedürfnissen, endlich einschlafen kann oder wie Flugsi, die scheinbar faule Biene, eine Aufgabe meistert. Dass meine Geschichten nicht nur bei meinen eigenen Kindern Anklang fanden, zeigen die Rückmeldungen zu meinen Lesungen. Drei davon möchte ich hier wiedergeben: „Vielen Dank! Ich finde es toll, dass das gegenseitige Verständnis in den Geschichten so gut rauskommt.“ „Diese Geschichte könnte ich mir für unsere Tochter vorstellen. Sie würde ihren älteren Bruder sehr gut erkennen, denke ich.“ „Vielen Dank für die wunderschönen Geschichten und die gestalterischen Ideen. Die Geschichten schenken Leichtigkeit und Wärme.“ Neben den Geschichten enthält das Buch eine Menge weiterer Dinge wie ein Ausmalbild zu jeder Geschichte und einen Teil mit Ideen für weiterführende Aktionen, die mit den Geschichten in Verbindung stehen. Eine dieser Aktionen ist eine Adventskalendergeschichte. Über 24 Tage verteilt wird eine Geschichte erzählt und jeder Tag ist mit einer kleinen Aufgabe (z. B. Beobachten, Erzählen, Skizzieren, Zeichnen) verknüpft. Diese Aufgaben richten sich ebenfalls sowohl an autistische als auch an nicht-autistische Kinder. Das Lesen der Adventskalendergeschichte und das Erledigen der täglichen Aufgaben lässt sich gut in einer Gruppe, wie bspw. Geschwister oder eine Hortgruppe, durchführen, funktioniert aber auch mit einem einzelnen Kind. Für diejenigen unter Ihnen, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen und gleichzeitig Zeit mit den eigenen oder anvertrauten Kindern verbringen möchten, habe ich zum Schluss noch eine Idee: Die im Anhang des Buches befindlichen Ausmalbilder zu den Geschichten in meinem Buch eignen sich sehr gut, um einen immerwährenden Kalender damit zu gestalten. Dazu werden lediglich ein Blanko-Kalender aus dem Bastelbedarf, Papier zum Bedrucken, Klebstoff und natürlich geeignete Farbstifte benötigt. Durch die farbliche Gestaltung sowie die individuelle Auswahl und Reihenfolge der Bilder entstehen sehr persönliche Werke. Viel Spaß beim Vorlesen und Basteln wünscht Inez Maus