Anguckallergie

Inez Maus
Blogbeitrag 29. Januar 2026
Zweite Auflage: Geschwister von Kindern mit Autismus
© Inez Maus 2014–2026
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Vor Kurzem erschien die zweite Auflage meines Buches „Geschwister von Kindern mit Autismus“. Es handelt sich dabei um eine aktualisierte und erweiterte Auflage, was bedeutet, dass nicht nur der komplette Inhalt von mir überarbeitet wurde, sondern dass ich auch mehrere neue Kapitel für dieses Buch verfasst habe. Die unglaublich vielen und zum Teil sehr berührenden Rückmeldungen zur Erstauflage haben mir gezeigt, dass dieses Buch nicht nur für Eltern und Familienangehörige wertvoll ist, sondern auch für Fachpersonen verschiedener Richtungen. Bis heute schreiben mir Angehörige und Fachpersonen immer wieder ähnliche Dinge wie beispielsweise diese Leserin: „Ich habe ihr Buch ‚Geschwister von Kindern mit Autismus‘ mit Begeisterung gelesen und teile ihre Erfahrungen, Ideen, Hinweise ... vollkommen. Ich selbst war viele Jahre als Autismustherapeutin tätig. So eine hilfreiche Literatur gab es damals leider nicht, freue mich daher umso mehr, dass es jüngeren Eltern heute möglich ist, sich gut zu informieren.“ Wie eingangs bereits erwähnt, gelingt es mit der Neuauflage noch besser, „sich gut zu informieren“. Im Vorwort zur Zweitauflage beschreibe ich die neuen Kapitel folgendermaßen: „In meinen Fortbildungsveranstaltungen und Elternkursen zum Geschwisterthema wurde deutlich, dass dieses Thema auch für Bezugspersonen von jugendlichen Geschwistern autistischer Kinder sehr relevant ist. Daher ergänze ich die Zweitauflage um ein Kapitel, welches sich speziell diesen Bezugspersonen widmet. Ein weiteres neues Kapitel beschäftigt sich mit externen Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit einem autistischen Kind und weiteren Kindern. Dazu zählen u. a. Online-Geschwisterabende, die der Bundesverband autismus Deutschland e. V. seit 2023 unter meiner Leitung anbietet, denn für Geschwisterkinder ist eine Diagnose, über die man reden kann und mit der man sich auseinandersetzen kann, besser zu verarbeiten als ein Bruder oder eine Schwester, der oder die sich vermeintlich peinlich, desinteressiert, unhöflich oder anderweitig auffällig verhält. Entscheidend ist, wie die Familie mit einer gestellten Diagnose umgeht“ (Maus, 2025, S. 9). Ebenfalls neu ist ein Kapitel, welches sich mit Geschwisterbeziehungen im Allgemeinen und im Besonderen, zum Beispiel in der Kunst, beschäftigt. Ausgelöst wurde dieses spezielle Interesse durch ein Gemälde, welches mir vor einigen Jahren im Schlossmuseum Weimar begegnete und einen Hinweis auf eine schwierige Geschwisterbeziehung lieferte. Dieses Gemälde von Angelika Kauffmann zeigt eine überlieferte Episode aus dem Leben einer römischen Familie ungefähr im Jahr 150 v. Chr. Vor einigen Wochen entdeckte ich im Warschauer Königsschloss ein sehr ähnliches Gemälde von eben dieser Künstlerin. Sie hat dieses Thema wohl mehrfach auf die Leinwand gebracht. Es gibt also in der Zweitauflage meines Buches „Geschwister von Kindern mit Autismus“ viel Neues zu entdecken. Und ich hoffe, das trifft auch auf jenen Leser zu, den ich vor einiger Zeit in einem Brief an eine Freundin beschrieb: „In der abschließenden Diskussionsrunde des Workshops äußerte sich ein Mann zu meinem Geschwisterbuch. Er habe es gelesen, es sei sehr zu empfehlen … Er erzählte, dass er sich 123 Markierungen mit einem Plus im Buch gesetzt hat – das sind die Stellen, die er besonders interessant, erhellend, neuartig … fand. An vier Stellen hat er einen Pfeil gesetzt – hier will er noch mehr Details oder Ausnahmen von Regeln erfahren. Und drei Stellen hat er mit einem Fragezeichen markiert – an diesen Stellen ist er sich noch nicht sicher, ob er den Inhalt richtig verstanden hat. So eine ungewöhnliche Rückmeldung habe ich noch nie erhalten!“ Im Internet kursieren inzwischen einige Beschreibungen der Zweitauflage. Da ist beispielsweise zu lesen, dass im Buch „typisierte Konfliktfelder wie Aufmerksamkeit, faire Zuwendung, Grenzsetzung und Schuldgefühle beleuchtet, aber ebenso Räume der Solidarität und des gemeinsamen Erinnerns geschaffen“ werden (!?). Schnell wird beim Weiterlesen aber klar, dass diese Zusammenfassung von einer sich einschmeichelnden KI verfasst wurde, denn im Folgenden wird behauptet: „Der Text wurde von einem Expertenteam verfasst, das aus Fachleuten der Traumapädagogik, Entwicklungspsychologie und Familienberatung besteht. Die maßgebliche Perspektive kommt von Inez Maus.“ Von mir kommt nicht die maßgebliche Perspektive, sondern der gesamte Text. Ich hoffe, Sie, liebe Leserinnen und Leser, machen sich ein eigenes Bild und widmen sich dem Buch mit Interesse und Neugier. Und wie immer freue ich mich über Ihre Rückmeldungen