Anguckallergie

Inez Maus
Intermezzo
Märchenhaft Oft schildern mir Teilnehmer meiner Veranstaltungen Erfahrungen, die sie mit Menschen mit Autismus gemacht haben. Darunter sind Erlebnisse, die tief berühren oder sogar die Seele streicheln, wie das folgende. Eine Pädagogin berichtete während einer Fortbildung zum Thema „Autismus“ über einen Jungen mit Autismus im frühen Grundschulalter. Dieser Junge interessiere sich sehr für Mäuse, wisse äußerst viel über dieses Thema und spiele im Hort oft eine Maus. Er habe im Freizeitbereich ein Papphaus, in das er sich in seiner Rolle als Maus zurückziehe, wenn ihn die Umgebung überfordert. In letzter Zeit lasse er aber gelegentlich das eine oder andere Kind in sein Papphaus hinein. Mehrere Tage nach der Fortbildung trat die Pädagogin mit mir noch einmal in Kontakt, um mir Folgendes mitzuteilen: Sie erzählte dem Jungen, der immer eine Maus spielt, dass sie eine Frau kennengelernt hat und dass diese Frau einen Jungen hat, so wie er einer ist. Sie verriet dem Jungen weiterhin, dass diese Frau zwei Bücher über ihren Sohn geschrieben hat und mit Nachnamen „Maus“ heißt. Die Antwort des „Mäuse“-Jungen kam prompt: „Die würde ich gern kennenlernen. Sie wäre dann meine Mäusekönigin.“
© Inez Maus 2014–2020